Girls´Day 2008: Reporter für die Forschung
"Reporter für die Forschung" lautete der Titel eines Workshops zum Girls´Day 2008 am Fraunhofer-Institut SCAI. Zehn Mädchen recherchierten und befragten drei Forscherinnen am Institut. Hier sind ihre Berichte:
Sie wußte früh, was sie will
Ihre Freunde und Familie waren zunächst skeptisch, Arbeitsplätze gab es nur wenige, doch sie hielt an ihrem großen Traum fest und sie schaffte es: Biochemikerin am Fraunhofer-Institut.
Corinna Kolarik, 33 Jahre jung, arbeitet in der Gruppe Textmining, Abteilung Bioinformatik. Ihr Fachgebiet: Aus weltweit 17 Millionen veröffentlichten wissenschaftlichen Texten diejenigen herauszufiltern, die Wissenschaftler für ihre tägliche Arbeit benötigen.
Sie arbeitet an der Schnittstelle von Biologie und Informatik, was nicht zuletzt auf ihr Aufbaustudium an der Uni Köln zurückzuführen ist. Sie ist eine Frau, die schon früh wusste, was sie will. Bereits in ihrer Schulzeit stachen ihre Noten besonders in Biologie positiv hervor. Nach dem Abitur war ihr dann auch sehr schnell klar, dass sie auf dem Weg der Biologie bleiben wollte, doch Freunde und Familie rieten ihr stark davon ab. Es gäbe nicht genug Arbeitsplätze, so hieß es. Doch ganz aufgeben wollte sie ihren großen Traum noch lange nicht und so entschied sie sich für die Biochemie. Sie studierte in Potsdam und entschied sich nach langer Zeit im Labor, dass das nicht das sein konnte, was sie sich darunter vorgestellt hatte. Sie machte ihr Aufbaustudium in Bio-Informatik und ergatterte kurz darauf einen der begehrten Plätze als Doktorandin am Fraunhofer-Institut.
Seit drei Jahren arbeitet sie nun hier und ist viel beschäftigt mit ihrer Doktorarbeit. Ihr Arbeitstag beginnt um 9.00 Uhr morgens und endet meistens gegen 18.00 Uhr. Ihr bescheidenes Gehalt kann ihre Freude am Beruf trotzdem nicht trüben und sie lebt glücklich mit ihrem Freund in einer Wohnung in Bad Godesberg. Dass ihr Beruf hauptsächlich von Männern dominiert wird, stört sie nicht im Geringsten und sie geht weiterhin ihrer Wege. An einer Frau wie ihr kann sich wohl jeder nur ein Beispiel nehmen: Corinna Kolarik!!!
Forscherin simuliert Moleküle am Computer
Dr. Astrid Maaß (38) ist Chemikerin und ging in ihrer Jungend auf das Nikolaus-Cusanus-Gymnasium in Bergisch-Gladbach und absolvierte dort ihr Abitur in Biologie, Latein, Geschichte und Kunst mit einem Notendurchschnitt von 1,4. In Bonn studierte Sie dann Lebensmittelchemie. Dieses Studium beendete Sie mit einer 2, schwenkte dann aber auf ein Chemiestudium um, was Sie mit einer 1 bestand. Ihre Diplomarbeit wollte Sie nicht im Labor bearbeiten, da Sie zu dieser Zeit schwanger war, also entschied Frau Maaß sich zu einer Diplomarbeit am Computer. Dadurch kam Sie dann zu ihrem heutigen Job. Sie simuliert Moleküle am Computer damit zu teure, zeitaufwendige oder gefährliche Stoffe nicht in Realität erforscht werden müssen. Sie arbeitet 5 bis 6 Stunden am Tag und verdient verhältnismäßig gut, erwähnt aber auch, dass Ihrer Meinung nach Forscher nicht überbezahlt werden. Ihr Job macht Ihr großen Spaß und auf Konferenzen lernt Sie immer noch etwas dazu. Im Moment bearbeitet Sie kleine Moleküle, will aber in einiger Zeit Polymere simulieren. Inzwischen hat Sie zwei Kinder und Ihr Job ermöglicht es Ihr, viel Zeit mit ihnen zu verbringen.
Wir bedanken uns dafür, dass Sie uns dieses Interview ermöglicht hat!
Von guten Mathe-Noten übers Mathe-Studium ans Fraunhofer-Institut
Wir haben die 30-jährige Katerina Keunecke, die an der Kölner Universität Mathematik studierte, über ihr Arbeitsgebiet am Fraunhofer-Institut interviewt. Sie forscht seit 5 Jahren in der Abteilung Optimierung. Die Arbeit macht ihr große Freude. Die Software "CutPlanner" ermöglicht es, viele Einzelteile, zum Beispiel von einer Hose, auf einem Stück Stoff optimal zu platzieren. Erfolge bei der Arbeit motivieren sie besonders.
Sie wusste durch ihre guten schulischen Leistungen, besonders in Mathe, was sie später mal studieren will. Ihre Familie stand hinter ihr, da sie im gleichen Bereich arbeitet. Nun hat Katerina am Fraunhofer-Institut SCAI ihre Diplomarbeit geschrieben und arbeitet im Moment noch an ihrer Doktorarbeit, womit sie im Sommer fertig ist. Da sie nur eine halbe Stelle hat, arbeitet sie 7 bis 8 Stunden am Tag und hat noch relativ viel Freizeit, die sie mit ihrer Familie und Freunden verbringt.





